Dienstag, 30. März 2010
Luxus
Montag, 22. März 2010
Reichtum
Es ist leicht über Sparsamkeit zu sinnieren, wenn man genug Geld zur Verfügung hat. Das ist natürlich wahr. Ich würde nicht nein sagen, wenn mir jemand 100.000 Euro ohne Bedingungen schenken möchte, keine Frage. Das würde mir bestimmt viel Sicherheit geben. Genug Geld zu haben ist eine feine Sache.
Aber was bedeutet "genug Geld"? Das ist sehr relativ und ich denke, eines der wichtigsten Dinge, die wir unseren Kindern mitgeben können, ist trotz allem die Einstellung, dass Geld nicht wichtig ist. Man weiß nicht, wie sich die Zeiten entwickeln und vielleicht erleben unsere Kinder (und auch wir) eine Phase, in der es viele Entbehrungen materieller Natur gibt. Dann möchte ich, dass sie auch dann den Kopf nicht hängen lassen und die schönen Seiten des Lebens (die es immer geben wird) sehen können.
Geld kann beruhigen - keine Frage, aber WICHTIG sind andere Dinge. Ich wehre mich dagegen, dass Geld wichtig sein soll. Ich möchte lieber gesund und mit meiner Familie in einem Armenquartier leben als schwer krank und ohne Liebe in der tollsten Villa. Und ich glaube fest, dass das auch so wäre, wenn ich wirklich in einer dieser Situationen wäre. Also ist nicht das Geld wichtig, sondern die Gesundheit und die Liebe. Geld ist bequem und macht sicher. Mehr nicht.
Kennt ihr diesen Reichtumstest?
Haben Sie genug zu essen? (Ich meine nicht so viel, dass Sie ständig an Diäten denken müssen)
Haben Sie anständige Kleider? (Ich meine nicht 10 Kleider und 7 Pullover, sondern schlichte, intakte, wärmende Kleidung)
Haben Sie ein Heim, das Sie vor dem Wetter schützt? (Ich meine nicht ein Einfamilienhaus mit Garten, eine 100m2 Wohnung mit Balkon oder ein Loft)
Haben Sie ein zuverlässiges Transportmittel? (Das kann auch ein Fahrrad sein)
Wenn sie viermal mit JA antworten können, gehören sie zu den 15% der reichsten Menschen auf unserem Planeten. Sie sind reich. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben das, was im Weltvergleich nur eine kleine Minderheit je erlangen wird.
So gesehen bin ich reich - sehr sogar. Und ich hoffe, dass ich mich immer noch reich fühlen kann, wenn mein Konto magerer wird. Das darf/muss ich ja bald ausprobieren. Dadurch, dass ich mich dafür entschieden habe, meinen Kindern Zeit zu schenken, werden wir bald mit einigem über 1000 Euro pro Monat weniger auskommen müssen. Es ist nicht so, dass ich mich nicht ab und zu ein wenig davor fürchte. Besonders, ob ich gut genug mit dem engen Finanzrahmen umgehen kann und ob alle Familienmitglieder mit dieser finanziell eingeschränkten Situation zurecht kommen. Trotzdem glaube ich, dass ich nicht weniger glücklich sein werde. Ich freue mich sogar darauf, die Dinge, die ich habe mehr wertzuschätzen und zu verwenden, anstatt immer gleich Neues zu kaufen (Kleidung, Stoffe, Bücher...alt heißt nicht schlecht). Ich freue mich, dass Geschenke wieder ihre wahre Bestimmung bekommen - nämlich Dinge zu sein, über die man sich freut, weil man sie sich schon lange wünscht (und ich nicht einfach losgehe und zwischendurch kaufe, weil es "eh nur ein Buch" etc. ist...). Ich freue mich auf das Gefühl, das manche Dinge wieder etwas Besonderes werden (der Kinobesuch, Essen im Restaurant, die Deko-Zeitschrift,...).
Ich weiß nicht, ob ich mit der geänderten Situation wirklich so gut und positiv umgehen werde, wenn es dann soweit ist (in den nächsten Monaten werden wir es sehen und ich werde versuchen, ehrlich zu sein;)). Aber ich bin zuversichtlich und ich werde mich fest bemühen dieses Grundgefühl zu behalten: reich zu sein!